Dampfen statt Rauchen:

Der Trend zur E-Zigarette

Hab ihr gewusst das E-Zigaretten unter Jugendlichen bereits beliebter sind als herkömmliche Tabak Zigaretten?

„Vom Raucher zum Dampfer. Keine stinkenden Tabak Zigaretten mehr. Schonender für die Gesundheit und dabei auch noch viel Geld sparen.“

Dies sind einige Argumente mit denen verschieden Anbieter die Lust auf die „saubere Alternative“ wecken wollen.  Seit 2010 erleben die Hersteller einen wahren Umsatzboom des vermeidlich harmlosen Gegenstücks. Der Trend zur E-Zigarette ist definitiv bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Doch was steckt dahinter? Wie funktionieren E-Zigaretten und wo kommen sie eigentlich her? Sind E-Zigaretten wirklich gesünder? Diese Fragen wollen wir in diesen Artikel möglichst objektiv aber auch kritisch beantworten.

Wo liegt der eigentliche Ursprung der E-Zigarette?

Die Ursprünge zur Entstehung der E-Zigarette gehen bis in die 60er Jahre zurück. Genauer gesagt auf das Jahr 1963. Damals reichte der US-Amerikaner Herbert A. Gilbert seine Idee zur rauchfreien Zigarette beim Patentamt ein.

Allerdings konnte sich die Idee am damaligen Markt nicht durchsetzen. Die 60er und 70er Jahre galten als die Blütezeit der Tabakindustrie. Von Elvis Presley über Mariliyn Monroe bis hin zu James Dean. Alle taten es. Sie rauchten! Zigarren, Zigaretten Zigarillos oder damals neu am Markt die Slim-Zigaretten – bei uns auch als Damenzigaretten bekannt. Sie rauchten und ließen sich dabei auch noch gerne in der Öffentlichkeit ablichten. Zigaretten galten als Schick und gaben ein Gefühl von Erfolg, Freiheit und Unabhängigkeit.

James Dean - Rauchen als Lifestyle in den Sechzigern

James Dean – Rauchen als Lifestyle in den Sechzigern

Die Marketingmaschinerie war zu jener Zeit in Höchstform. Man erinnere sich an die damaligen Helden und deren Abendteuer aus den TV-Werbespots der Tabakindustrie. Über die Gefahren war damals noch recht wenig bekannt. Deswegen wurde das Thema in der Öffentlichkeit auch nicht sehr stark diskutiert.

Wie man heute nun weiß, war Gilbert seiner Zeit weit voraus. Ein Markt für sein Produkt war so gut wie nicht vorhanden. Erst Anfang der 2000er Jahre, als bereits zahlreiche Studien über die schädlichen Folgen des Rauchens vorlagen und die Kosten für die Langzeitfolgen des Tabakkonsum massiv stiegen, traten weltweit zahlreiche Verschärfungen der Gesetzgeber in Kraft. Schrittweiße wurde jegliche Art der Werbung die zum Tabakkonsum verleitet, verboten.  Verschiedene Maßnahmen zur Raucherentwöhnung und zum Nichtraucherschutz wurde weltweit von zahlreichen Regierungen ehrgeizig verfolgt und umgesetzt.

Seit dem letzten Jahrzehnt verbreitet sich nach wie vor zunehmend der Trend „Gesund und Vital zu leben“. Über die Fett-Weg-Industrie mit zahlreichen Diäten, die Lebensmittelindustrie mit dazu passenden Bio- und Naturprodukten ohne künstlichen Inhaltsstoffen bis hin zur Sport- und Fitnessbranche mit unzähligen Kursen und Programmen für einen gesunden und schönen Körper. Tabakkonsum wird mittlerweile mit negativen Assoziationen wie Sucht, schlechter Geruch oder Krankheiten in Verbindung  gebracht.




Die logische Konsequenz daraus war, dass der Markt eine vermeidlich gesunde Alternative  – also die E-Zigarette – zur bekanntlich oftmals tödlichen Tabak-Zigarette herzubringen musste. Das derzeit hohe Marktvolumen bei E-Zigaretten bestätigt nun diesen Trend und Zeitgeist.

Wie funktioniert die E-Zigarette?

Bei der klassischen Zigarette verbrennt der Tabak und setzt Rauch frei. Dieser enthält Nikotin welches vom Konsumenten eingeatmet wird und somit in die Lungen gelangt.

Das Funktionsprinzip der elektronischen Zigaretten ist ein grundlegend anderes. Diese sind nämlich nicht auf den Verbrennungsprozess angewiesen. Dadurch gibt es auch keinen Rauch. Stattdessen wird eine Nikotinflüssigkeit erhitzt. Die Flüssigkeit wandelt sich im erhitzen Zustand in Dampf oder Nebel um. Dieser wird dann vom Anwender eingeatmet.

Eine E-Zigarette besteht aus drei Hauptbestandteilen:

  • ein wieder aufladbarer Akku oder Batterieslot
  • eine Verdampfungskammer
  • eine Patrone mit Nikotinflüssigkeit / Liquid

Der Akku versorgt die E-Zigarette mit Strom und kann meist ähnlich wie ein Mobiltelefon mit einem Ladegerät wieder aufgeladen werden. Die Verdampfungskammer besteht einer Komponente die das Liquid erhitzt sowie einem Zerstäuber. Die Nikotinflüssigkeit wird in die Patrone gefüllt.

Die Anwendung ist bei den meisten Modellen sehr ähnlich. Der E-Zigaretten Raucher atmet mit dem Mundstück ein. Dabei drückt er eine Taste mit einem LED Licht. Während er die Taste gedrückt hält atmet er ein. Die Inhalation aktiviert den Zerstäuber. Dabei wird die Flüssigkeit erhitzt und in Dampf umgewandelt. Dieser Dampf gelangt dann in die Lungen des Anwenders.

Verschiedene Arten und Typen von E-Zigaretten

Verschiedene Arten und Typen von E-Zigaretten

Viele Fans von E-Zigaretten sagen das sie dadurch fast dieselbe Genugtuung bekommen wie ein Tabak Raucher. Das liegt sicher auch daran, das man mit den elektronischen Zigaretten gleich einatmet wie man es auch mit einer normalen Zigarette tun würde. Preislich sind die Geräte bereits sehr erschwinglich. Gute Geräte gibt es bereits ab rund 50 €. Aber vor allem aufgrund der viel geringeren Nutzungskosten im Zeitverlauf sind E-Zigaretten im Allgemeinen viel billiger als Tabakzigaretten.

Wie wirkt sich der Konsum von E-Zigaretten auf die Gesundheit aus?

Vor allem viele Jugendliche glauben, dass das Dampfen sicherer ist als Tabakrauchen. Aber ist es das wirklich? Diese Frage wird schon seit einiger Zeit kontrovers diskutiert.

Der Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, das diese weniger schädlich sind als bei herkömmlichen Zigaretten. Aber auch hierzu gibt es kritische Stimmen. Zwar enthalten die verdampfenden Substanzen keine Verbrennungsprodukte, jedoch soll durch den Verdampfungsprozess  Aerosol entstehen. Aerosol ist ein Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in einem Gas. Dieses, so die kritischen Stimmen, enthalte entzündungsfördernde, reizende und krebserregende Stoffe. Eine Studie aus den Staaten will Hinweise gefunden haben, dass Jugendliche, welche Dampfen, doppelt so oft an Bronchitis erkranken wie die nichtdampfenden Altersgenossen. Auch von verschiedenen Mund- und Zahnfleischentzündungen wird immer wieder berichtet.

Fakt ist aber auch, dass bis heute echte Langzeitstudien fehlen. Die Folgen des regelmäßigen und insbesondere langfristigen Inhalierens der Inhaltsstoffe des Elektrodampfes sind nach derzeitigen Wissensstand nur schwer abschätzbar.  Bis wir die tatsächlichen Auswirkungen von E-Zigaretten auf den menschlichen Körper kennen wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Können E-Zigaretten beim Rauchen aufhören unterstützen?

Die dampfende Alternative kann dem Raucher vor allem zu Beginn des Rauchstopps vor dem loslassen seiner täglichen Raucherrituale und Gewohnheiten bewahren. Dadurch kann in einzelnen Fällen wohl die Erfolgswahrscheinlichkeit um rauchfrei zu bleiben erhöht werden. Allerdings muss man wissen, dass hierbei nicht die körperliche Abhängigkeit und somit die Ursache der Sucht bekämpft wird. Vielmals bleibt durch das inhalieren von Nikotin-Liquids die Abhängigkeit vollständig erhalten.

Wer für immer mit dem Rauchen aufhören möchte, wird deswegen einen Schritt weiter gehen müssen. Wer nachhaltig und vor allem dauerhaft rauchfrei werden und auch bleiben will, kommt über eine Verhaltensänderung sowie einer vollständigen Überwindung seiner physischen und psychischen Abhängigkeit nicht umher. Darauf ist auch unser kostenloser Rauchfrei-Guide mit einer einfachen Schritt für Schritt Anleitung aufgebaut.

E-Zigarette dampfen

E-Zigarette dampfen

Fraglich ist allerdings nicht nur inwieweit E-Zigaretten dem Raucher bei der Entwöhnung seines Lasters unterschützen können. Zunehmend wird auch von der E-Zigarette als Einstiegsdroge gesprochen.  Erst kürzlich warnte die Vereinigung der Deutschen Lungenfachärzten vor dem Konsum von E-Zigaretten. Da diese ebenso Nikotin-Abhängigkeit verursachen sollen wie herkömmliche Zigaretten.

Trend 2018: Dampfen – Sind die E-Zigaretten nun eine echte Alternative zu herkömmlichen Zigaretten?

Hier scheiden sich die Geister und die Meinungen gehen weit auseinander. Diese Frage wird in den meisten Fällen wohl individuell je nach der Stärke der Abhängigkeit und dem inneren Willen – Rauchfrei zu werden und auch wirklich zu wollen –  am besten zu beantworten sein.

Fakt ist, das E-Zigaretten ein Substitutionsprodukt der klassischen Zigarette sind. Deswegen wird wohl kaum jemand der E-Zigaretten inhaliert sich selbst als Nichtraucher bezeichnen.

Vor allem deswegen, da der größte Teil der „E-Dampfer“ Liquids mit Nikotin als Inhaltsstoff konsumiert. Dadurch gib der trendige Raucher 2.0 des 21. Jahrhunderts seiner Nikotinanhängigkeit eine moderne, angenehmer riechende und gesellschaftlich derzeit noch akzeptierten Maske. In einer Welt, die heute viel verantwortungsbewusster mit dem Thema Gesundheit umgeht als das vermutlich in vorangegangenen Generationen jemals der Fall war. Und das ist auch gut so!

Wenn da nur nicht die Frage mit den fehlenden Langzeitstudien noch offen wäre…

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